Über die Burg

Kulturdenkmal und natürlicher Lebensraum

Die Burg Rihemberk, die größte erhaltene mittelalterliche Burg im slowenischen Küstenland (Primorska), thront seit Jahrhunderten über dem Vipava-Tal und dem Karst. Im Jahr 1952 wurde sie zum Denkmal von lokaler Bedeutung erklärt, seit 1999 steht sie unter dem Schutz als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung. Neben ihrem historischen Wert hat die Burg auch eine herausragende naturschutzfachliche Bedeutung, da sie ein wichtiger Lebensraum bedrohter Tierarten ist – unter anderem für verschiedene Fledermausarten und den Großen Kammmolch. Daher ist sie Teil der geschützten Natura-2000-Gebiete „Branica-Tal (mit dem Wildfluss Branica)“ und „Karst“.

Besuch der Burg

Die Burg Rihemberk ist teilweise renoviert, gepflegt und für Besucher geöffnet. In den warmen Monaten ist sie nach regulärem Zeitplan zugänglich. Gruppenbesuche sind auch außerhalb der Öffnungszeiten nach vorheriger Reservierung möglich.

Der Großteil der für Besucher zugänglichen Flächen befindet sich im Freien. Besucher können die Wehrmauern erkunden, den höchsten Burgturm Sloweniens besteigen und das Empfangs- und Interpretationszentrum besuchen, das die naturkundlichen und historischen Besonderheiten der Burg präsentiert.

Empfangs- und Interpretationszentrum – Infothek Natura 2000 Burg Rihemberk

Im ersten Stock des Eingangsgebäudes befindet sich die Infothek Natura 2000, in der die Geschichte der Burg und ihr Naturerbe auf moderne und anschauliche Weise vermittelt werden.

Im ersten Raum, der dem früheren Leben auf der Burg gewidmet ist, begrüßt die Besucher der letzte Burgherr von Rihemberk, Karel Levetzow Lanthieri. Der zweite Raum, eingerichtet in einem runden Turm, widmet sich der Natur rund um die Burg. Der Fokus liegt auf den Gewässerlebensräumen des Branica- und Vipava-Tals, wo viele seltene und bedrohte Arten beheimatet sind.

Verschiedene digitale und auch greifbare Elemente machen den Besuchern die Bedeutung des Naturschutzes im Rahmen der Natura-2000-Gebiete verständlich – zu denen auch die Burg Rihemberk gehört. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Rihemberker Fledermäusen, die zu den wertvollsten Bewohnern dieses Gebiets zählen.

Die lautlose Symphonie

Erlebe die unsichtbare Welt der Klänge in einem einzigartigen Hörerlebnis!
Das Projekt Unhörbar hörbar – Unter den Fledermäusen lädt dich ein, eine außergewöhnliche Klanglandschaft zu entdecken, erschaffen von den Geschöpfen der Nacht.

Es handelt sich um eine einzigartige Verbindung aus Klangökologie und bioakustischer Musik, in der sich die Welt des Unhörbaren in eine künstlerische Komposition verwandelt. Die Ultraschalllaute der Fledermäuse wurden sorgfältig aufgenommen und in hörbare Frequenzen übersetzt. Ihren Stimmen gesellen sich geheimnisvolle Geräusche der Nacht hinzu – das Rascheln von Blättern, entfernte Echos des Waldes und das innere Pulsieren der Burggemäuer.

Das Ergebnis ist ein räumliches (3D, 360°) Hörerlebnis, das über Kopfhörer im Ambisonic-Format erlebt wird. Die gesamte Installation respektiert die Umgebung – die Klangskulptur über Kopfhörer ermöglicht ein intensives, persönliches Erlebnis, ohne die natürliche Akustik der Burg Rihemberk zu stören.

Das Projekt Unhörbar hörbar – Unter den Fledermäusen wurde vom Verein SAETA – Institut für kultur- und PR-Aktivitäten im Rahmen des offiziellen Programms von GO! 2025 entwickelt. https://www.go2025.eu/de

Natura 2000 – Branica-Tal (mit dem Wildfluss Branica)

Naravna dediščina in varovana območja

Natürliches Erbe und Schutzgebiete

Wie ein mächtiger Wächter zwischen dem Vipava-Tal und dem Karst ist die Burg Rihemberk von einer reichen und geschützten Natur umgeben. Sie liegt in zwei Natura-2000-Gebieten: „Branica-Tal (mit dem Wildfluss Branica)“ und „Karst“. Diese Gebiete schützen vielfältige Lebensräume, in denen zahlreiche seltene und bedrohte Arten leben – darunter Käfer, Fische, Amphibien, Libellen und Schmetterlinge.

Fledermäuse – die verborgenen Bewohner der Burg
In Slowenien sind 32 Fledermausarten dokumentiert, von denen 12 regelmäßig oder gelegentlich auf der Burg Rihemberk anzutreffen sind. Am häufigsten ist die Wimperfledermaus (Myotis emarginatus), deren größte Wochenstube im Westen Sloweniens sich genau hier auf Rihemberk befindet.

Die Anzahl der trächtigen Weibchen, die zwischen April und Juni auf die Burg zurückkehren, schwankt von Jahr zu Jahr. Dennoch zählt Rihemberk zu den wichtigsten Rückzugsorten dieser Art.
Alle Fledermausarten in Slowenien sind gesetzlich geschützt, da ihr Bestand vor allem durch den übermäßigen Einsatz von Insektiziden (Verringerung der Nahrungsquellen) und die Zerstörung ihrer Quartiere in Gebäuden gefährdet ist.

Auf der Burg Rihemberk achten wir auf den Schutz der Fledermäuse, indem wir Durchflugöffnungen nicht beleuchten und Aktivitäten vermeiden, die ihre Rückzugsorte stören könnten. Die wichtigsten Quartiere innerhalb der Burg sind ausschließlich den Fledermäusen vorbehalten, um ihnen ein sicheres und ruhiges Zuhause zu bieten.

Großer Kammmolch und weitere bedrohte Arten
Neben den Fledermäusen spielt die Burg auch eine bedeutende Rolle beim Schutz des Großen Kammmolchs, einer scheuen, schwanztragenden Amphibienart, die in verlassenen Wasserbecken bei den ehemaligen Stallungen beobachtet werden kann. Glückliche Besucher*innen entdecken vielleicht sogar den Italienischen Laubfrosch, dessen östlichster Lebensraum sich ebenfalls hier befindet.

Was ist Natura 2000?
Natura 2000 ist ein europäisches Netzwerk besonders geschützter Gebiete, das sich dem Erhalt der am stärksten bedrohten Arten und Lebensräume widmet. Mit rund 37 % ihrer Landesfläche unter Natura-2000-Schutz gehört Slowenien zu den artenreichsten Ländern Europas – dabei entfallen ca. 70 % dieser Flächen auf Wälder.

Natura 2000 ist das weltweit erfolgreichste Naturschutzsystem, das auf dem harmonischen Zusammenleben von Mensch und Natur beruht. Um die biologische Vielfalt zu erhalten, müssen menschliche Aktivitäten in diesen Gebieten an die empfindlichen Ökosysteme angepasst werden.

Mehr Informationen: www.natura2000.si

Eigentum und Verwaltung der Burg

Die Burg Rihemberk ist Eigentum der Stadtgemeinde Nova Gorica. Seit Juli 2024 wird sie vom Tourismusverband Nova Gorica und Vipava-Tal verwaltet. Die Gemeinde führt seit mehreren Jahren umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durch, um die Burg und ihr einzigartiges Erbe für zukünftige Generationen zu erhalten.
Für die Pflege, Programmgestaltung und Belebung des Erbes ist Svitar – Institut für Raumgestaltung, Geschichte und Kunst zuständig.

Freund von Rihemberk

Ein Freund von Rihemberk ist eine engagierte freiwillige Helferin oder ein Helfer, die/der mit Zeit, Wissen und Einsatz zur Pflege, Programmgestaltung und Förderung der Burg beiträgt. Ihre Unterstützung ist von unschätzbarem Wert für die Bewahrung und Wiederbelebung dieses historischen Juwels.

Als Zeichen aufrichtigen Dankes und der Anerkennung erhält jeder/jede Freund*in von Rihemberk eine kostenlose Jahreskarte, als Symbol des Dankes für den wertvollen Beitrag.

Die Stadtgemeinde Nova Gorica, der Tourismusverband Nova Gorica und Vipava-Tal sowie das Institut Svitar danken allen Freundinnen und Freunden von Rihemberk herzlich für ihre Hingabe, Energie und unschätzbare Unterstützung!

Die Burg Rihemberk ist die größte erhaltene mittelalterliche Burg im slowenischen Küstenland (Primorska) und zeigt noch heute ihr typisches mittelalterliches Erscheinungsbild. Ihre strategische Lage am Übergang vom Vipava-Tal zur Karsthochebene verlieh ihr über Jahrhunderte eine bedeutende Rolle.

Architektur im Wandel der Zeit

Auf dem Felsplateau des Hügels Golec über dem Dorf Branik entstand die Burg Rihemberk an der Stelle einer prähistorischen Höhensiedlung, die ins 16. bis 9. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Im 12. oder 13. Jahrhundert wurde dort eine befestigte Burganlage mit fünfeckigem Mauerring errichtet. Bald erhielt die Burg einen mächtigen Wehrturm (Bergfried) und eine Kapelle, geweiht dem Heiligen Pankratius.

Mit der Weiterentwicklung militärischer Technik und Verteidigungsstrategien wurden in den folgenden Jahrhunderten zusätzliche Ringmauern, Wohnräume und Wirtschaftsgebäude errichtet, was zur Entstehung einer ringförmigen Festungsanlage führte – ein sichtbares Zeugnis der einstigen Wehrfunktion. Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert wurde die Burg zu einer komfortablen Adelsresidenz umgestaltet, wodurch sie ihr heutiges charakteristisches Aussehen erhielt.

Adelserbe und berühmte Besitzer

Die Burg Rihemberk wurde erstmals 1230 urkundlich erwähnt, damals im Besitz der Familie de von Riffenberch, bedeutende Ministerialen der Grafen von Görz. Durch vorteilhafte Heiratsverbindungen erwarb die Familie umfangreiche Besitzungen in der Region. Ihr Name blieb auch nach dem Aussterben des Geschlechts im 14. Jahrhundert erhalten.

Nach dem Tod des letzten Rihembergers übernahmen Kastellane der Grafen von Görz die Burg. Im Jahr 1500 fielen die gesamten Görzer Besitztümer, einschließlich Rihemberk, an Das Haus Habsburg. Im Jahr 1528 übertrug Erzherzog Ferdinand die Herrschaft über Rihemberk und Vipava an das Adelsgeschlecht Lanthieri, das die Burg bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs behielt. Im 17. Jahrhundert bauten die Lanthieris die Burg umfassend um und verwandelten sie in eine angesehene Adelsresidenz.

Im 19. Jahrhundert war Rihemberk ein beliebtes Ausflugsziel für hochrangige Gäste – angeblich besuchte auch Kaiserin Elisabeth (Sissi) die Burg während ihres Aufenthalts im Schloss Miramare bei Triest. Nach dem Tod des letzten männlichen Vertreters der Familie Lanthieri im Jahr 1910 erbte seine Tochter Karolina, verheiratet mit Baron Erdmann Levetzow, die Burg. Die Familie Levetzow-Lanthieri verwaltete die Burg bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Von der Zerstörung bis zur Restaurierung

Die Wirren der beiden Weltkriege hinterließen an der Burg Rihemberk schwere Spuren. Nach dem Ersten Weltkrieg ließ die Familie Lanthieri sie teilweise restaurieren, doch gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie erneut schwer beschädigt. Im Jahr 1945 führte die alliierte Militärverwaltung die ersten dringenden Sicherungsmaßnahmen durch, um einen weiteren Verfall der Bausubstanz zu verhindern.

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde die Restaurierung fortgesetzt, jedoch durch zahlreiche Unterbrechungen über Jahrzehnte hinweg verzögert. In den letzten Jahren wird die Sanierung von der Stadtgemeinde Nova Gorica koordiniert, die sich für den Erhalt dieses wertvollen Kulturerbes einsetzt.

Heute kehrt Rihemberk Schritt für Schritt ins Leben zurück – als bedeutendes Kulturdenkmal, offen für Besucher*innen, die seine großartige Geschichte, einzigartige Architektur und reiche Naturumgebung entdecken möchten.

Die alten Mauern, der mächtige Burgturm und die geheimnisvollen Räume der Burg versetzen Besucher*innen in vergangene Zeiten und bilden eine zauberhafte Kulisse für verschiedenste thematische Aufnahmen.

Fotos, Werbespots, Filme und Musikvideos, die an diesem historischen Ort entstehen, verleihen Ihren Ideen, Botschaften oder Produkten Leben inmitten authentischer mittelalterlichen Architektur.

Im Jahr 2021 wurde ein digitales 3D-Modell der Burg Rihemberk entwickelt, das das ehemalige Erscheinungsbild der Burg rekonstruiert und den Besucher*innen ein einzigartiges visuelles Erlebnis bietet.
Im Rahmen dieses Projekts entstand auch ein kurzer Werbefilm, in dem neben der Burg eine fiktive historische Figur – Gräfin Eleonora von Rihemberk – die Hauptrolle übernimmt.

Um den Gästen eine noch interaktivere Erfahrung zu ermöglichen, wurden auf der Burg Informationstafeln mit QR-Codes angebracht. Über diese gelangen Sie mit dem Smartphone zu einer speziellen Web-App, mit der Sie den 360-Grad-Digitalmodell der Burg und die Rekonstruktion ihres ehemaligen Erscheinungsbildes erkunden können.

Sehen Sie sich das 3D-Modell der Burg an >

Wenn Sie die Burg Rihemberk in einer virtuellen Dimension entdecken möchten, besuchen Sie unsere digitale Sammlung und erleben Sie ihre Geschichte durch moderne Technologie!

Das Kulturerbe
Cultural Heritage
Patrimonio culturale
Kulturerbe
Präsentationsvideo 2019
Präsentationsvideo 2019
Musikvideo Ajda – „Wie Eins“ (Ajda – „Kot eno“)

Beeindruckende 5

Die Burganlage auf dem Hügel über dem Branica-Tal lädt wie ein Magnet dazu ein, ihre Geheimnisse zu entdecken.

Der höchste Burgturm

Steigen Sie auf den höchsten Burgturm Sloweniens und genießen Sie den atemberaubenden Panoramablick.

Erlebnisreiche Inszenierungen

Tauchen Sie in die Burggeschichten ein und erleben Sie das Leben auf der Burg neu.

Interpretationszentrum

Entdecken Sie das reiche Naturerbe der Region und die achthundertjährige Geschichte der Burg.

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Unhörbare Klänge der Natur

Lauschen Sie den einzigartigen Klängen der Natur von Rihemberk und seiner unberührten Umgebung.

Großzügigkeit der Landschaft

Genießen Sie die Schönheiten, Aromen und Erlebnisse, die die umliegende Landschaft zu bieten hat.

Najvišji grajski stolp

Povzpnite se na najvišji grajski stolp v Sloveniji in uživajte v osupljivem panoramskem razgledu.

Igrana doživetja

Potopite se v grajske zgodbe in podoživite življenje na gradu.

Interpretacijski center

Raziščite bogato naravno dediščino območja in odkrijte osemstoletno zgodovino gradu.

Neslišni zvoki narave

Prisluhnite edinstvenim zvokom narave Rihemberka in njegove neokrnjene okolice. 

Darežljivost pokrajine

Uživajte v lepotah, okusih in doživetjih, ki jih ponuja okoliška pokrajina.

Interessante Tatsache

Schloss Rihemberk ist seit 2017 wieder für Besucher geöffnet und ist heute eine beliebte Touristenattraktion und kulturelle Sehenswürdigkeit.

Träger der Website:
Stadtgemeinde Nova Gorica

Texte:
Bojana Čibej, Nataša Kolenc, Astrid Ličen, Mateja Pelikan, Miha Preinfalk, Tina Mihelj

Fotografien:
Mateja Pelikan, Uroš Rojc, David Verlič, 2Lindens Photography, Vesna Fabijan, Dušan Klenovšek

Illustrationen und weiteres grafisches Material:
Tea Goljevšček, Igor Sapač

Video:
Arctur d.o.o.

Design:
Tea Goljevšček

Erstellung der Website:
Agentur Kodnes